Regattaberichte 2011
WM2011

Kristof Wilke ist Weltmeister als Schlagmann des Deutschlandachters in Bled/Slowenien

Bericht von Carsten Oberhagemann:

Sie rissen die Arme nach der Zieldurchfahrt fast gleichzeitig hoch, jubelten lautstark bei der Medaillen-Zeremonie, gaben Interviews in Rekordlänge, herzten ihre Freundinnen und Familien – und gönnten Steuermann Martin Sauer eine erfrischende Abkühlung im Bleder See: Der Deutschland-Achter feierte bei der WM im slowenischen Bled den Titel-Hattrick und den nunmehr 11. WM-Sieg in der Geschichte, ist seit nunmehr 30 Rennen auf der olympischen 2.000-Meter-Strecke ungeschlagen und kann sich auf die Olympischen Spiele 2012 in London freuen.

Wie gewohnt kam das deutsche Flaggschiff am besten vom Start weg, fuhr in 1:19,11 Minuten die schnellste Zeit auf den ersten 500 Metern und lies die Konkurrenz scheinbar stehen. Bei der Streckenhälfte baute die Crew ihren Vorsprung auf eine halbe Länge aus. Im Ziel war es fast eine ganze Bootslänge von fast 18 Metern vor den Großbooten aus Großbritannien und Kanada. Der Jubel im deutschen Fanlager war riesig, war es doch das zweite Gold auf dem Bleder See am ersten Finaltag binnen 15 Minuten, denn zuvor hatte bereits der Frauen-Doppelvierer den WM-Sieg gefeiert.

„Wir sind kein optimales Rennen gefahren, aber ein sehr konzentriertes“, sagte Kristof Wilke. Schließlich kam kurz vor dem Rennen der Wind stärker auf. Mit diesen Bedingungen kam die deutsche Crew am besten zurecht, was auch Bundestrainer Ralf Holtmeyer erleichterte. Einen Titel-Hattrick hat er bereits von 1989 bis 1991 als Trainer des Deutschland-Achters erlebt, er feierte seinen ersten von nunmehr acht WM-Titeln mit dem Deutschland-Achter ebenfalls in Bled. Das jetzige Team sei aber etwas ganz Besonderes: „Eine solche Stabilität habe ich als Trainer noch bei keinem Boot erlebt.“

Weitere Stimmen:
Maximilian Reinelt: „Das ist total abgefahren. Wir hatten nach einem guten Start eine Viertellänge Vorsprung und die anderen haben sich bis zur Streckenhälfte gegenseitig bekriegt. Bei der Wallfahrtskirche auf der Insel hatten wir eine halbe Länge rausgefahren und dann hieß es nur noch: Alle Lichter an und los. Auf den letzten 250 Metern mussten wir die Riemen hart festhalten, um bei dem heftigen Seitenwind keinen Krebs zu fangen. Der Vorsprung, den wir herausgefahren haben, war dann bei dem Wasser unaufholbar.“

Lukas Müller: „Im Vorlauf und im Halbfinale haben wir gesehen, wie knapp es werden kann. Dass es dann doch deutlicher wird als in Neuseeland, hätte ich nicht gedacht. Gold auch bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, wäre der absolute Hammer. Dafür müssen wir aber hart arbeiten.“

Kristof Wilke: „Wir haben eine unglaubliche Power im Boot. Wir haben nur eine Weltmeisterschaft gewonnen, das waren noch nicht die Olympischen Spiele. Jetzt gilt es, das Niveau bis London zu halten.“

Achter, Halbfinale: 1. Deutschland-Achter (Kristof Wilke, Florian Mennigen, Lukas Müller, Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner, Gregor Hauffe, Steuermann Martin Sauer 5:28,81 Minuten, 2. Großbritannien 5:30,83, 3. Kanada 5:31,18, 4. Australien 5:31,59, 5. Polen 5:32,16, 6. Niederlande 5:35,37.