Deutschland-Achter mit Jubiläumssieg (25) und mit neuem Streckenrekord (5:57 min) um Schlagmann Kristof Wilke bei der Royal Henley Regatta in England

Präsentieren sich stolz mit dem mächtigen Pokal nach dem Sieg im Grand Challenge Cup in Henley: Der Deutschland-Achter mit (oben von links) Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Lukas Müller, Kristof Wilke, Andreas Kuffner, Gregor Hauffe, Trainer Ralf Holtmeyer sowie (unten von links) Florian Mennigen, Martin Sauer und Richard Schmidt.
Bild Carsten Oberhagemann
Der seit fast drei Jahren ungeschlagene Deutschland-Achter hat bei der Henley Royal Regatta einen Jubiläumssieg gefeiert und einen Streckenrekord aufgestellt. Das DRV-Flaggschiff bezwang im Finale Gastgeber Großbritannien und kam zu seinem 25.Erfolg in Serie.
In 5:57 Minuten verbesserte das Team um Schlagmann Kristof Wilke den Streckenrekord aus dem Jahr 1989 um eine Sekunde.
Im Halbfinale am Samstag hatte das DRV-Paradeboot die USA bezwungen. Achter-Trainer Ralf Holtmeyer hatte für die Henley-Regatta die Formation aufgeboten, die auch beim Weltcup-Finale in Luzern (8. bis 10. Juli) starten wird.
Für Kristof ist es der zweite Sieg bei der Henley-Regatta und dieses Mal als Schalgman.
Im Jahr 2005 hatte der Undinler Andi Penkner als Schlagmann des Deutschlandachters ebenso einen Sieg bei der Royal Henley Regatta gefeiert.
Bericht am 03.07.11 I von Carsten Oberhagemann:
Es ist der mit Sicherheit größte Pokal, den es im Rudersport zu gewinnen gibt, und der mit großer Tradition: Der Grand Challenge Cup, den der Deutschland-Achter am Sonntag, wie im Vorjahr bei der seit 1839 stattfindenden Henley Royal Regatta gewann. Diesmal wurde der WM-Zweite Großbritannien mit einer Länge Vorsprung bezwungen.
Beim letzten Ruderrennen vor den Olympischen Spielen im kommenden Jahr wehrte das deutsche Flaggschiff vom Dortmund-Ems-Kanal erneut die Angriffe des ärgsten Konkurrenten von der Insel ab und verpasste ihm eine schwere Niederlage vor dem heimischen Publikum. „Das gibt Selbstvertrauen“, sagte Schlagmann Kristof Wilke.
„Wir waren alle extrem heiß. Am Start herrschte Totenstille“, sagte Maximilian Reinelt. Nur Stimmen vom daneben liegenden englischen Achter waren zu vernehmen. Dann die Explosion: Schnell fuhr das deutsche Team eine Länge Vorsprung heraus, hielt die Schlagfrequenz auch bei ersten Zwischenmarke (Barrier) nach 600 Metern noch über 40 Schläge pro Minute hoch. Und diesen Vorsprung verteidigte die Crew – auch getragen von der stürmischen Anfeuerung des Publikums – souverän gegen die Angriffe der Engländer. „Wir konnten uns schlecht orientieren und mussten den Ansagen von unserem Steuermann Martin Sauer vertrauen. Das hat er richtig gut gemacht“, meinte Wilke.
Und zwar so gut, dass der aktuellen Crew noch ein Prestigeerfolg im heimischen Land gelang: Sie stellte in 5:57 Minuten auf der 2.112 Meter langen Strecken einen neuen Rekord auf und war eine Sekunde schneller als die bisherige Bestmarke. Die hatte übrigens 22 Jahre bestand und wurde vom Deutschland-Achter des Jahres 1989 aufgestellt. Der Trainer damals und heute heißt Ralf Holtmeyer, dessen Serie in Henley bestand hat. Der 55-Jährige hat hier noch nie verloren, gestern feierte der Bundestrainer seinen achten Triumph an der Thames. Und eine weitere Serie steht: Dem Deutschland-Achter, seit zweieinhalb Jahren ungeschlagen, gelang der 25. Sieg in Folge.
Entsprechend groß war die Freude bei der Siegerehrung. Eine Champagner-Flasche wurde geköpft und der mächtige Silberpokal machte die Runde. Obwohl sieben der neun Achtermitglieder schon beim Sieg im Vorjahr dabei waren, wollte jeder der Athleten ein Foto mit dem Pokal – in eine schöne Erinnerung an den triumphalen Tag, der bei einem abendlichen Dinner nicht zu spät zu Ende gehen sollte.
Denn die nächste Aufgabe steht unmittelbar bevor. Am Freitag schon beginnt die nächste Traditionsregatta, bei der das Ausnahmeboot aus Dortmund seinen Siegeszug unbedingt fortsetzen will: Auf dem Rotsee in Luzern trifft sich die komplette Weltelite im Achterrudern, dann wird der Deutschland-Achter wieder der Gejagte sein.
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