Ruderbundesliga Frankfurt – 04.06.11

Verbindung von der Tradition des Ruderns mit der Moderne

Mittlerweile im 3. Jahr ihres Bestehens hat sich die Ruderbundesliga fest in der deutschen Ruderszene etabliert. Ein absoluter Gewinn für den Rudersport, am Anfang oft nicht ernst genommen, ist es doch etwas ganz besonderes, wie attraktiv sich ein Sport doch auch darstellen kann. Spannende Achterrennen über die 350m Distanz mit den besten Mannschaften aus ganz Deutschland, mit Weltmeistern und Olympiasiegern, zeigen Teamgeist mit unglaublicher Dynamik.

Über die Medien hatte ich über diese Bundesliga (RBL) bereits einiges erfahren, da die Regatta-Orte allerdings meist im hohen Norden liegen, hatte ich von einem Besuch davon bisher Abstand gehalten. Der südlichste Austragungsort ist Frankfurt, auch nicht gerade vor der Haustür, aber in diesem Jahr sollte es sein. 48 Achter-Mannschaften der 1. und 2. Liga bei den Männern und der 1. Liga bei den Frauen hatten gemeldet, das alles in der „Main-Arena“ direkt vor der Frankfurter Skyline im Herzen der Stadt. Die Undine war nicht am Start, wenn wundert es, da ja kaum ein Samstag-Freizeitachter voll wird. Allerdings starteten dieses Jahr erstmalig die Undine Mitglieder Christoph Reichelt im Karlsruher ´Baden-Achter´ und Johannes Kisten im ´Bodensee-Achter´ Waldsee/Ulm jeweils in der 1. Liga. 

Der Reiz der Rennen liegt im K.O. System. Die Boote jeder Liga starten anfangs in Zeitrennen. Gemäß den Ergebnissen werden dann Achtelfinals gesetzt. Im Viertelfinal geht es dann bereits darum, ob man um Platz 1-8 bzw. 9-16 fährt. Es folgen Halb- bzw. die Finale, letztendlich werden alle Plätze von 1-16 ausgefahren.

Insgesamt kommen so mehr als 100 Achter-Rennen pro Renntag zustande, alles mit fetziger Musik und super Moderation untermalt. 5 Bundesliga-Renntage gibt es in 2011, nach Frankfurt geht es weiter nach Münster, dann Hannover, Hamburg und Krefeld im September. Wie bei einer Bundesliga zählen alle Ergebnisse, es werden Plätze vergeben und die letzten 3 Mannschaften der 1. Liga steigen in die 2. Liga ab, während dann im Folgejahr 3 Mannschaften der 2.Liga aufsteigen.

Aus RBL: Dieser Saisonauftakt in der hessischen Bankenmetropole hatte es gewaltig in sich. Auf einem durchaus schwierigen und anspruchsvollen Innenstadtkurs mussten sich die 48 Bundesligateams nach langer Winter-Abstinenz neu finden und gespannt abwarten, was die Gegner über den Winter geleistet haben. Viele RBL-Kader wurden auf dem Transfermarkt aufgestockt, neue Rennboote im Werte von bis zu 40.000 Euro gekauft um die entscheidenden Hundertstel Sekunden herauszuholen. Sowohl Sportler, als auch Fans und Zuschauer waren begeistert von dem sommerlichen Treiben bei tagsüber bestem Wetter mitten im Herzen der Sportstadt Frankfurt. Das berühmte Mainufer und die Festmeile waren mit über 20.000 Zuschauern am Tag stets gut besucht. Durch die begrenzenden Brücken und die teils frenetischen Fans wurde der Main zur „Main-Arena“. Die ersten Rennen starteten am Samstag um 10 Uhr, die Endläufe waren ab 19 Uhr angesetzt.

Sieger der 1. Liga wurde der letztjährige Liga-Champion Krefeld, vor Münster und Mühlheim. Nur knapp geschlagen auf dem 4. Platz preschte überraschend der Aufsteiger aus Karlsruhe vor. Der Badenachter mit dem Undine Ruderer Christoph Reichelt zählt nach seiner überragenden Aufstiegssaison 2010 mittlerweile auch im Oberhaus der RBL zu den ernsthaften Medaillenkandidaten.

Johannes Kirsten kam mit seinem Bodensee-Achter nicht so richtig in Tritt, Platz 15 letztendlich für die Waldsee/Ulm Kombination in der 1.Liga.

Mein Fazit: Die RBL hat es in kurzer Zeit geschafft ein modernes und innovatives Wettkampfkonzept zu schaffen, der Achtersprint ist ein Publikumsmagnet. Mich hat das Konzept überzeugt. 

Lutz Reichelt

Christoph Reichelt (1. v. l) im Bug des Karlsruhe-Bootes